Mit dem Ende des Monats Juli beginnt eine entscheidende Phase für alle, die ihre Herbst- und Winterproduktion planen. Für viele späte Radicchio- und Chicorée-Typen ist dies der letzte geeignete Zeitpunkt für die Aussaat, um hochwertige Ernten in den kälteren Monaten sicherzustellen. Spätreife Sorten benötigen lange Kulturzyklen und müssen vor dem Einsetzen niedriger Temperaturen ausreichend Blattmasse entwickeln. Eine spätere Aussaat kann die Kopfbildung beeinträchtigen und das Ertragspotenzial der Kultur erheblich verringern. Deshalb stellen die letzten Julitage ein strategisches Zeitfenster dar, das für die Aussaat dieser Kulturen nicht verpasst werden soll

Warum eine spätreife Chicorée-Sorte wählen?
Spätreife Chicorée- und Radicchio-Sorten werden besonders geschätzt, weil sie Ernten während des Winters und bis ins zeitige Frühjahr ermöglichen – einer Zeit, in der das Angebot an frischem Gemüse begrenzter ist. Dank ihrer langen Vegetationsdauer entwickeln diese Sorten hervorragende Qualitätsmerkmale, eine ausgezeichnete Blattstruktur sowie eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber ungünstigen Witterungsbedingungen. Innerhalb des Smarties.bio-Sortiments gelten fünf Sorten als Referenz für Erzeuger, die Wert auf Zuverlässigkeit, Qualität und späte Ernten legen: Vulcano, Acquerello, Scala, Carminio und Casteo.

Vulcano: Der extrem Tardivo di Chioggia
Eine ausgesprochen spätreife Sorte mit einer Kulturdauer von etwa 160 Tagen nach dem Auspflanzen, geeignet für Ernten im Februar und März. Vulcano ist eine robuste Pflanze mit üppigem Laub, das den Kopf zuverlässig vor Kälte schützt. Sie bildet dichte Köpfe mit dicken Blättern und einer intensiven roten Färbung. Die kräftigen, fleischigen Blätter sorgen für hohe Erträge im Feld sowie hervorragende Ergebnisse bei der Kühllagerung.
Acquerello: Der Marzatico für März-Ernten
Acquerello gilt als der Vorläufer der heutigen Chioggia-Radicchio-Typen. Diese Selektion zeichnet sich durch ihre ausgeprägte Spätreife und besondere Robustheit aus und ist äußerst widerstandsfähig gegen Kälte und Frost. Sie eignet sich ideal für späte Ernten im Februar und März.

Scala: Der Verona-Typ für Februar-Ernten
Für Liebhaber des Verona-Typs gehört Scala zu den besten Optionen für die späte Produktion.
Diese extra-späte Sorte erreicht ihre Erntereife etwa 140 Tage nach dem Auspflanzen und ist für Ernten im Februar bestimmt. Die kräftige Pflanze entwickelt große äußere Blätter, die den Kopf wirksam vor Kälte und Frost schützen. Die klassische ovale Form entspricht perfekt dem traditionellen Verona-Ideotyp. Dank ihrer dicken Blätter eignet sich Scala sowohl für den Frischmarkt als auch für die Kühllagerung.

Carminio: Ein früher Treviso Precoce mit spätem Kulturzyklus
Carminio ist eine extrem spätreife Sorte mit einer Kulturdauer von etwa 130 Tagen nach dem Auspflanzen, die Ernten im Januar und Februar ermöglicht. Die kräftige, großwüchsige Pflanze zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Kälteresistenz und eine besondere Eignung für die Kühllagerung aus. Die fleischigen Blätter gewährleisten hohe Felderträge, während die leuchtend weißen Blattadern einen attraktiven Kontrast zum tiefroten Blatt bilden. Durch seine Position im Spätsegment ermöglicht Carminio eine Verlängerung des Erntekalenders und eine optimale Nutzung der für Radicchio vorgesehenen Anbauflächen.

Casteo: Der extrem späte Castelfranco
Casteo ist eine spätreife Sorte mit einer Kulturdauer von 140 bis 160 Tagen nach dem Auspflanzen und eignet sich für Ernten von Ende Januar bis Februar. Die Sorte überzeugt durch eine hohe Einheitlichkeit sowohl im Feld als auch bei der Ernte. Die großwüchsige Pflanze bildet reichlich äußeres Laub, das den Kopf vor Frost schützt und gleichzeitig die natürliche Selbstbleichung fördert. Durch ihre ausgezeichnete Eignung zum Putzen kommt ein cremefarbener Herzkopf mit eleganter roter Sprenkelung zum Vorschein. Casteo eignet sich sowohl für den Frischmarkt als auch für die Kühllagerung.
Die letzten Tage, um die Winterproduktion zu planen
Das Smarties.bio-Sortiment an Chicorée und Radicchio umfasst Kulturzyklen von 55 bis 160 Tagen nach dem Auspflanzen und ermöglicht dadurch eine Ernteplanung über das gesamte Jahr hinweg. Wenn es jedoch um spätreife Sorten wie Vulcano, Acquerello, Scala, Carminio und Casteo geht, stellt das Ende des Monats Juli die letzte echte Gelegenheit dar, die Winterproduktion optimal zu planen. Wer gestaffelte Ernten zwischen Dezember und März erzielen möchte, sollte die Aussaat daher bis Ende Juli abschließen. So lässt sich das genetische Potenzial dieser spätreifen Sorten voll ausschöpfen und eine hochwertige Produktion selbst in den kältesten Monaten des Jahres sicherstellen.